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Singen tut gut

Singen tut gut - nicht nur in der Badewanne!

Ja, Singen tut wirklich gut, es befreit die Seele und den Körper von den Spannungen des Alltags, es macht einfach Spaß. Chorsingen bietet jedem die Möglichkeit, an der Gestaltung eines musikalischen Werkes mitzuwirken. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Am Anfang jeder Chorprobe stehen Stimmbildungsübungen, die helfen sollen, die Stimme, den Atmungsapparat und das Gehör zu entwickeln und zu entdecken. Die dazu verwendeten Übungen können Sie auch im Alltag in vielen Situationen zur Entspannung nutzen.

Sich trauen!

Die Stimme ist ein sehr persönliches Organ, an der Stimme kann man sein Gegenüber erkennen, die Stimme sagt sehr viel über die eigenen Stimmungen und Emotionen aus. Mit der Stimme gibt man sehr viel über sich preis. Deshalb haben auch viele Menschen Hemmungen, ihre eigene Stimme unbefangen zu hören. Gerade aber das Singen hilft, diese Scheu abzulegen und die Stimme auch im Alltag bewusster einzusetzen.

Ich habe aber keine Stimme...

Beim Chorsingen kommt es nicht auf eine "schöne" oder eine "gute" Stimme an. Beim Chorsingen ist man nicht allein - und keiner muss alleine vorsingen. Ein Chor soll klingen wie ein Sänger, d.h. viele Sängerinnen und Sänger bringen Ihre verschiedenen Qualitäten so ein, dass am Ende ein schöner Klang entsteht.

 

Wissenschaftlich nachgewiesen, lesen Sie den Bericht:

„Singen ist genauso gesund wie Meditation oder leichter Sport“

Wirkungs- und Ursachenforschung im Institut für Musikpädagogik (IfMP), Frankfurt

Eine Frankfurter Studie hat erstmals an Laiensängern nachgewiesen, dass der Körper beim Singen physiologische Reaktionen zeigt: Er produziert zusätzlich Immunstoffe.

Im Institut für Musikpädagogik der Frankfurter Johann Wolfgang Goethe - Universität standen in der letzten Woche die Telefone nicht still. Eine unscheinbare Meldung im Universitäts - Nachrichtendienst hatte die Anruf - Welle ausgelöst - ein bislang unbekannter Medienansturm für den Musikpsychologen Dr. Gunter Kreutz, Privatdozent am Lehrstuhl des Professors Dr. Hans Günter Bastian.

Was Kreutz samt einigen weiteren Kollegen so interessant für Medien von wissen-schaftlichen Publikationen bis zur "Bunten" hat werden lassen, ist eine Untersuchung an Laienchorsänger/innen. Eine Untersuchung unter dem verheissungsvollen Titel: "Ist Singen gesund?", gefördert vom Deutschen Sängerbund. Wissenschaftlich exakter klingt die Frage so: "Gibt es physiologisch nachweisbare Gesundheitseffekte durch regelmäßiges Singen in Chören?" Das Ergebnis vorweg: Es gibt nachweisbare Effekte. Und das haben die Frankfurter Wissenschaftler zum ersten Mal weltweit am Beispiel singender Laien nachgewiesen.

Als Probant wurde der Kirchenchor Griesheim und die Frankfurter Singgemeinschaft gewonnen. Insgesamt 31 Sängerinnen und Sänger haben innerhalb einer Woche zum einen das Mozart Requiem selbst gesungen, zum anderen das gleiche Werk als CD-Aufnahme passiv angehört und dabei Wattebäuschchen zur Speichelaufnahme in ihrem Mündern 5 Minuten vor und 5 Minuten nach den beiden Proben geduldet. Zudem haben die Probanten ihr emotionales Empfinden in einem Fragebogen vermerkt.

Ähnliche Untersuchungen, teils mit und teils ohne physiologische Messungen, hatte es zuvor auch unter anderem mit dem semiprofessionellen Universitätschor Oxfort und mit professionellen Solo - Sängern gegeben.

In einem Punkt kommen alle diese Studien zum gleichen Ergebnis, wie Dr.Kreutz erläutert: "Aktives Singen fördert die Produktion des Stoffes Immunglobulin A im Speichel. Das ist der Stoff, der die oberen Atemwege vor Infektionen schützt." Für Kreutz ist damit nachvollziehbar, dass aktives Singen dem Immunsystem offenbar nützt. "Die Werte steigen beim Singen significant an, beim Zuhören hingegen bleiben sie in dieser Untersuchung unverändert." Die Untersuchung legt nahe, dass aktives Singen sowohl eher positive Gefühle weckt als auch eher die körperliche Immunabwehr aktiviert, als das passive Hören von Musik.

Ergänzt man diese Erkenntnis um die bereits erforschten Bereiche, ergibt sich ein kompletteres Bild: Gesundheit wird von der Weltgesundheitsorganisation als "umfassendes geistiges, physisches und soziales Wohlempfinden" definiert. Man weiß aber schon, dass aktives Singen dazu führt, dass sich Sängerinnen und Sänger "deutlich besser fühlen". Man weiß schließlich, das Musizieren in Gemeinschaft allgemein die Fähigkeiten als "soziales Wesen" steigert. Alles zusammen bedeutet: Singen ist gesund - "mindestens ähnlich gesund wie Meditation, Laufen, leichter aber regelmäßiger Sport", resümiert Dr. Kreutz. "Eine Riesen - Schlagzeile", befand der medienerfahrene Professor Hans - Günther Bastian - und er nicht allein.

Zumal die physiologische Untersuchung an Frankfurter Laienchorsängern einen zweiten Befund ergeben hat: Cortisol, das sogenannte Stress - Hormon, wurde ebenfalls bei aktiven Sängern und bei passiven Hörern untersucht. Hier reagierten Laiensänger anders als Profis:

Während bei den Laien die Freude am Singen offenkundig den "Druck" zur Leistung überwog, weshalb beim Singen die Cortisol - Werte nicht wesentlich angestiegen sind, ergab sich bei den Profi - Solisten ein anderes Bild. Dort stieg der Stress auch während des Konzertes noch an. Profis reagieren dafür weniger gestresst, wenn sie zuhören mussten, während an dieser Stelle die Laiensänger offenkundig unruhig wurden - "vielleicht weil sie einfach lieber selber singen"' vermutet Dr.Kreutz in Frankfurt.

Während die Medien ihn bestürmen, blickt der Wissenschaftler allerdings eher kühl und gelassen auf sein Werk: "Eigentlich muss das der Anfang für weitere Untersuchungen werden." Kreutz denkt darüber nach, ob zusätzliche Studien nicht notwendig seien, um die physiologisch günstigere Wirkung des Singens auf das befinden bestimmter Gruppen nachzuweisen.

"Ich könnte mir konkrete Auswirkungen auf die Behandlung verhaltensauffälliger und lernschwacher Kinder ebenso vorstellen, wie auf die Behandlung zum Beispiel von Menschen, die an Demenz leiden und im Gesang wohlvertraute Klänge wiederentdecken." Kreutz ist sicher: "Wir stehen erst am Anfang. Aber das Singen hat schon jetzt gewonnen."

 
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